Auftakt zur Webinarreihe: bewirk – Wir gemeinsam vor Ort fürs Klima!

Viele Video-Kacheln auf einem bunten Hintergrund. Unten links eine Schatztruhe. Bewirk Logo und Text: Webinare getartet

Gut gelaunt und mit großem Interesse der Teilnehmenden begann am Dienstag, 18.01.2022, die sechsteilige Webinarreihe: bewirk – Wir gemeinsam vor Ort fürs Klima!

Zum Auftakt fanden knapp 35 Teilnehmer*innen den Weg in den virtuellen Seminarraum und wie eine kurze Umfrage zu Beginn ergab, durften wir auch viele Teilnehmenden begrüßen, die Mittel- und Süddeutschland ihr zu Hause nennen. Eine kleine aber willkommene Überraschung, bedenkt man den Ursprung des bewirk – Projekts: die Energiebürger Schleswig-Holstein.

Ziel der Reihe ist es die Rahmenbedingungen für Bürgerenergie in Deutschland kennenzulernen und damit verbunden die Chancen und Hemmnisse für eine Realisierung vor Ort einschätzen zu können. Die Lust auf „das wollen wir auch“ zu stärken und die Erkenntnis „das können wir auch“ zu entwickeln ist dabei das Hauptaugenmerk.

Dr. Tobias Bayr, Mitarbeiter des Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR) und aktiv bei „Scientists for Future“, hielt das erste Impulsreferat und brachte die Teilnehmer auf den aktuellen wissenschaftlichen Stand der Forschung im Bereich Klimawandel. Insbesondere der Blick auf mögliche Kipppunkte des globalen Klimas und auf die immer kürzer werdenden Zeitachsen des möglichen Gegensteuerns verdeutlichten einmal mehr die Dringlichkeit der Aufgabe vor der die Menschheit steht. Ein notwendiger, aber Angesichts der Größe der Aufgabe auch ein durchaus bedrohlicher und einschüchternder Ausblick. Daher wurde die den Vortrag abschließende Rezitation von Konfuzius durch Dr. Bayr auch von vielen Teilnehmenden mit Dankbarkeit aufgenommen: „Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.“

Dr. Kerrin Trimpler von der Klimaschutzagentur (gGmbH) des Kreises Rendsburg-Eckernförde stand nun vor der Aufgabe zu zeigen, wie man vor Ort dieses kleine Licht anzünden kann. Sie den Teilnehmenden näher mit welchen Initiativen Bund, Länder und speziell die Kommunen den Klimaschutz unterstützen und voranbringen. Durch den Einblick in die Arbeit der Kommunen und dem Vorstellen von bereits erfolgten Projekten, veranschaulichte Dr. Trimpler, dass der Schritt zum eigenen, lokalen Klimaprojekt kleiner ist, als es auf den ersten Blick vermeintlich erscheinen mag. Außerdem gibt es viel Hilfe für diejenigen , die danach suchen.

Danach (und begleitend im Chat) war Zeit für die Teilnehmer*innen des Seminars ihre Fragen an die Referent*innen zu stellen. Angeleitet durch die charmante und souveräne Moderation von Doris Lorenz, kam es so schnell zu einem regen Austausch zwischen Referent*innen und Teilnehmenden, sowie den Teilnehmer*innen untereinander. Dieser Austausch wurde später fortgesetzt und vertieft, als die Teilnehmenden in zufällige, kleine Gruppen gewürfelt wurden. Die Möglichkeit sich auch in einem etwas kleineren Rahmen auszutauschen und auch kennen zu lernen wurde von vielen Teilnehmenden mit Freude genutzt und die zugewiesene Zeit als eher zu kurz als zu lang wahrgenommen.

So gingen die zwei Stunden auch schnell vorbei und angesichts der vielen spontanen und vor allem positiven Rückmeldungen kann von einem rundherum gelungenen Abend gesprochen werden.

In den folgenden Webinaren wird dann weiter vertieft werden, was für den Aufbau von lokalen Klimaschutzprojekten gebraucht wird, wie man sie in Angriff nimmt und bestenfalls zu dauerhaften Institutionen vor Ort macht, von denen alle ,nicht nur das Klima, profitieren.

Alle, die jetzt gern selbst an den Webinaren teilnehmen würden, sind herzlich willkommen sich für unser digitales Wochenendseminar „bewirk – Wir gemeinsam vor Ort fürs Klima!“ anzumelden! Am 26. und 27. März 2022 finden die kostenlosen Webinare jeweils von 10 bis 18 Uhr statt, mit denselben Themen und Impulsgeber*innen. Weitere Informationen gibt es hier.

Text von David Manthey

Wenn schon Wind, dann Bürger*innen-Windparks

Windenergie ist ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. Aber wie können wir als Bürger*innen daran teilhaben? Eine Lösung sind sogenannte Bürger*innen-Windparks. Diese Windparks werden „von den Bürger[*innen] der Region selbst in Form einer Gesellschaft betrieben“ (EE.SH, 2019). Möglichst alle betroffenen Anwohner*innen sollen beteiligt werden. Bürger*innen-Windparks tragen zu einem gerechten Ausbau der erneuerbaren Energien bei und ermöglichen den Bezug von lokalem grünem Strom.

Diese Art von Windparks sind häufig genossenschaftlich organisiert. In Schleswig-Holstein gibt es dazu schon einige Erfolgsgeschichten. Laut EE.SH haben beispielsweise in Nordfriesland die Anwohner*innen der umliegenden Gemeinden Anteile an bereits über 90 Prozent der Windparks. Auch wenn z.B. langwierige Genehmigungsprozess Hürden darstellen können, setzt sich das Konzept immer mehr durch. Meist sind die Gesellschaften direkt am Gemeinwohl in der Gemeinde orientiert.  Ein Beispiel ist der Bürger*innen-Windpark Süderdeich, dessen Stiftung „Kinder des Windes“ soziales Engagement für die Region leistet.

Dich interessiert das Thema? Du möchtest dich in deiner Gemeinde für einen Bürger*innen-Windpark einsetzen? Dann komm mit deinen Fragen am 10.05. von 19 bis 20.30 Uhr zu unserem digitalen Community-Klönschnack „Wenn schon Wind, dann ein Bürger*innen-Windpark“ mit dem Bürgerwindpark Süderdeich und Rechtsanwältin Frederike Wriedt. Wir bitten um Voranmeldung an bewirk@boell-sh.