Durch die Integration von Bäumen und Sträuchern in landwirtschaftliche Flächen können mehrere Vorteile erzielt werden. Agroforstsysteme tragen zur Bodenerhaltung bei, indem sie Bodenerosion verhindern und die Bodenqualität verbessern. Außerdem können Agroforstsysteme zur Biodiversitätserhaltung beitragen, indem sie Lebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten schaffen. Agroforstsysteme können auch dazu beitragen, den Wasserhaushalt zu regulieren, indem sie den Wasserverbrauch reduzieren und die Speicherung von Wasser im Boden erhöhen. Wie schon erwähnt bieten sie neben dem Klimaschutz auch einen ökonomischen Vorteil und regionalen Vorteil.
- Landwirt*innen: Agroforstsysteme können für Landwirt*innen höchst interessant sein, da sie eine diversifizierte und nachhaltige Einkommensquelle bieten können. Durch die Integration von Bäumen in ihre landwirtschaftlichen Flächen können Landwirt*innen zusätzliche Erträge aus Holz, Früchten oder anderen Baumerzeugnissen erwirtschaften, ohne dass dies zu einer Verringerung der landwirtschaftlichen Erträge führt.
- Politik: Agroforstsysteme können gefördert werden, um den Klimawandel zu bekämpfen und die Biodiversität zu erhalten. Sie können Anreize für Landwirt*innen schaffen, die Agroforstsysteme implementieren, indem sie beispielsweise Subventionen oder Steuervergünstigungen anbieten. Schließlich ist Agroforst nicht nur eine Klimaschutz-, sondern auch eine Klimaanpassungs-Maßnahme.
- Verbraucher*innen: Verbraucher*innen, die nachhaltige und umweltfreundliche Produkte bevorzugen, können von Agroforstsystemen profitieren, da diese dazu beitragen können, den ökologischen Fußabdruck von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu reduzieren. Sie können mehr Produkte aus ihrer Region kaufen.
- Jeder/Jede, der Teil von Klima und Naturschutz sein möchte: Agroforstsysteme können dazu beitragen, die Umwelt zu schützen, indem sie zur Biodiversitätserhaltung beitragen und die Kohlenstoffbindung in der Biomasse und im Boden erhöhen. So können auch urbane Agroforstsysteme oder Waldgärten bei dir zu Hause permakulturell angelegt werden. Es können Obstbäume, Wildobst, Beerensträucher sowie Gemüse und Kräuter angepflanzt werden.
Die Holawi macht es vor:
Die Holawi hat bereits mehrere erfolgreiche Projekte rund um Lüneburg. Sie möchten, dass multifunktionale Ökosysteme entstehen mit einer Kombination aus Intensivgemüse, artenreicher Ökosystemstrukturen und Aufenthalts- und Eventflächen. Die Produkte sollen die Regionalität fördern. Das Projekt „An der Neetze“ in Grevenhorn hat 2022 auf 4 Hektar ein artenreiches Biotop mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten geschaffen, die in Wechselwirkung voneinander profitieren.
„Artenschutz, das Schaffen neuer Lebensräume, Biodiversität, Wasserreinigung und Grundwasseraufbau, Klimamäßigung, sowie die Erlebbarkeit regenerativer Landwirtschaftsmethoden stehen im Vordergrund“ (Holawi 2022).
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Aus Schleswig Holstein: Der Eichhof: „Rieckens Landmilch“
Der Familienbetrieb aus dem Süden von Kiel steht für nachhaltige und regenerative Landwirtschaft und hat im Herbst 2020 ganze 1370 Bäume gepflanzt. Ihre Agroforstsysteme schützen seither das Klima und stärken die Biodiversität. Hier erklären sie ihre Agroforstsysteme genauer. Der Hof setzt auf eine Kreislaufwirtschaft ihrer natürlichen Resourcen (um diese optimal und effizient zu nutzen), Agroforst und widmet sich auch der Bildung und Forschung. Beispielsweise werden mit Studierenden der Universität Münster, auf dem Eichhof Daten für das Projekt „agroforst-monitoring“ erhoben. Im Jahr 2021 hat der Familienbetrieb sogar den Nachhaltigkeitspreis in Schleswig-Holstein gewonnen:
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Falls du selber Interesse hast an einem Agroforstsystem, dann solltest du dir vorher einige Fragen stellen:
- Was passiert mit den anfallenden neuen Produkten: Früchten, Hölzern etc.?
- Ist meine Fläche geeignet für ein Agroforstsystem bzw. lässt sich der vorhandene Standort nutzen, den ich habe?
- Habe ich die Ressourcen, um die Bäume anzuschaffen, zu pflanzen, pflegen und ernten (Zeit, Arbeitskräfte und finanzielle Mittel)?
- Bin ich nicht nur gut informiert über die Thematik, sondern auch mit der Umsetzung/Organisation, der Arbeit mit den Bäumen (Pflege, Schneide) und um die Bäume herum vertraut?
- Da Agroforst nicht nur sehr langfristig und zukunftsversiert gedacht werden muss, stellt sich ebenfalls die Frage, ob die nachfolgende Generation die Begeisterung für solch ein Projekt teilt? Wie sieht die Zukunft bei euch aus?
TRIEBWERK hat eine umfangreiche Online-Workshopreihe zu Agroforst erstellt. Schaut euch gerne alle Teile auf Youtube an, in denen verschiedene Schritte erklärt werden. Hier findet ihr alle Videos.
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Quellen und weiterführende Links:
Hochstamm Deutschland (2020): Agroforst und Streuobstwiesen – (wie) geht das?
Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft
Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft (2021): Agroforstwirtschaft. Die Kunst, Bäume und Landwrtschaft zu verbinden.
Agroforst Landkarte des DeFAF (Stand 2022)
Frauenhofer IAO (2019): Agroforst: nachhaltige Landnutzung in Deutschland
Rieckens Landmilch
Holistische Landwirtschaft: Holawi